Schulhundeprojekt

„Wir lernen mit Hunden“

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Unsere Schulhunde

 

Unsere Schulhunde stellen sich vor​ ​

DSCN2849 Mein Name ist Angi. Das heißt übersetzt „kleines Mädchen“. Ich bin am 01.01.2005 geboren und damit die Älteste und Vernünftigste. In der Schule gehe ich immer langsam und habe im Blick, ob auch alles seine Ordnung hat. Zu Hause trage ich gern meinen Quietschball herum und in der Schule meine Decke. Das geht nur jetzt gerade leider nicht, weil der Kleine immer an der Decke zotteln will, wenn ich sie trage, und dann kommen wir nicht vom Fleck. Seit 2018 bin ich in der wohlverdienten Altersteilzeit und gönne mir dann tagsüber ein Nickerchen zu Hause.
DSCN2890 Ich heiße Mauja. Das bedeutet „tiefer, weicher Schnee“. Ich bin die Jüngere und Schnellere, und wären die langen Flure in der Schule nicht so glatt, wäre ich noch viel schneller. Ich trage zu Hause alle möglichen Dinge herum, in der Schule helfe ich beim Tragen des Schlüsselbundes. Im Moment geht das nur nicht, weil der Kleine gerade übt, ihn zu tragen. Wenn Angi zu Hause ausspannt, übernehme ich in der Schule ihre Aufgaben und habe immer alles im Blick. Dann gehe ich auch ganz langsam.
 

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Ich bin Ali’ikai, d.h. „König des Meeres“, und blitzschnell – inzwischen sogar auf den Treppen. Zu allererst sorge ich dafür, dass Angi ihre Decke nicht mehr tragen kann, weil ich immer damit herumalbern möchte. Den Schlüsselbund trage ich inzwischen schon richtig gut. In den Klassen kontrolliere ich Besen und Altpapier (das wurde von den Mädels sehr vernachlässigt!), gestalte nebenbei unseren Rucksack um und mache die Ecken an unseren Lateinbüchern rund. Außerdem bin ich musikalisch und singe gern. Inzwischen bin ich auch oft ganz vernünftig, schließlich muss ich ja für den Kleinen ein Vorbild sein!
DSCN2880 Mein Name heißt übersetzt „Mond“. Ich bin seit einem Jahr in der Ausbildung zum Schulhund. Das ist manchmal ganz schön anstrengend. Mal sehen, wann Frauchen sagt, dass ich richtig mit in die Schule gehe. Auf jeden Fall freue ich mich darauf!

 

 

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Allgemeines zum Projekt

Seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 läuft unser Schulhundeprojekt. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wurde das Projekt im Verlauf des Schuljahres begleitet und evaluiert, u. a. mit dem Ergebnis,

  • „dass die hundegestützte Pädagogik von den Beteiligten akzeptiert und zu großen Teilen sehr positiv gesehen wird“
  • „dass Auswirkungen der Hunde vorhanden sind, welche vor allem von den Schülern wahrgenommen werden. Diese betreffen ein ruhigeres Verhalten, die Konzentration, das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern und die Freude am Unterricht. Weiterhin kann klar gesagt werden, dass dieses Projekt dazu beiträgt, ängstlichen Schülern ihre Angst vor Hunden zu nehmen und den Umgang mit Hunden zu schulen“.

(Carl von Ossietzky Universität Oldenburg Masterarbeit „Tiergestützte Pädagogik mit Hunden am Gymnasium – Eine quantitative Studie zur Wahrnehmung und Akzeptanz“, vorgelegt von Wiebke Rademacher, 15.08.2010, S.101 Punkt 5)

Unsere Schulhunde haben am Institut Feltmann – v. Schroeder in Bayreuth (Wissenschaftlich fundierte Arbeit mit Hunden und Katzen) den anstrengenden Beruf Schulhund gelernt.

Sie üben ihren Beruf  täglich am Gymnasium aus, indem sie ausgewählte Klassen und Lerngruppen im Unterricht begleiten. Diesen Einsatz nennt man tiergestützte Pädagogik und Didaktik. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass allein die Anwesenheit eines Hundes im Raum beruhigend und entspannend wirkt. Das Wohlbefinden kann noch gesteigert werden, wenn der Hund Zuwendung zeigt und sich streicheln lässt. Unsere Schulhunde merken, wenn es einem nicht so gut geht. Dann kommen sie und versuchen, die Person aufzumuntern und zu trösten.

Sie sind neben ihrem Einsatz in Schulhundeklassen auch im Rahmen der so genannten tiergestützten Aktivität tätig, indem sie auf Einladung einer Lehrkraft eine oder mehrere Unterrichtsstunden besuchen, z.B. den Biologieunterricht zum Thema Hund in Klasse 5. Ihr dritter Einsatzbereich ist die tiergestützte Therapie in einer von der Heilpädagogin Frau Hinz geleiteten Kleingruppe.

Ein Schultag ist für Schulhunde äußerst anstrengend. Die vielen Menschen, der Lärm und das Gedränge in und vor den Klassen- und Fachräumen, auf den Fluren, im Treppenhaus und im Foyer sind für die Hunde sehr belastend und stressig. Sie sind daher sehr dankbar, wenn sich die Schulgemeinschaft bemüht, das Leitbild des Gymnasiums Rhauderfehn „langsam und leise, friedlich und freundlich“ einzuhalten.


Eindrücke vom Schulalltag der Hunde

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Mauja 23.07.2010 003     P1020690